Die Sache mit dem * â Warum wir Kund*innen đ, HĂ€ndler*innenđș usw. schreiben
Warum befasst sich der Blog eines Paketdienstleisters mit dem Thema Gendersternchen? Nun, es erreichten uns deswegen kritische Stimmen: Immer dagegen und immer von MÀnnern. Warum wir trotzdem dabei bleiben, erlÀutern wir jetzt.
Gendersternchen nur ein Lesehindernis?
Seitdem wir vermehrt in unseren Texten auf das sogenannte Gendersternchen (*) achten, erreichen uns Zuschriften, die das kritisch sehen. So fragten Leser â und wenn wir hier Leser schreiben, dann meinen wir tatsĂ€chlich ausschliesslich MĂ€nner â warum wir dies tun. Die Texte wĂŒrden sich dadurch schlechter lesen lassen.
Ausserdem sei doch jedem klar, dass mit der mĂ€nnlichen Form von Kunde, HĂ€ndler usw. auch Frauen gemeint sind. Der kluge Mann spricht vom âGenerischem Maskulinumâ â also die âgeschlechtsneutrale Verwendung maskuliner Substantive oder Pronomenâ.1
Sprache bestimmt unser Denken und unser Denken bestimmt die Wahrnehmung der Welt
TatsĂ€chlich nehmen wir eine Berufsbezeichnung nicht als geschlechterĂŒbergreifend wahr. Wenn etwa GrundschĂŒler*innen Berufe nur unter maskulinen Bezeichnungen vorgestellt werden, trauen sich die MĂ€dchen diese Berufe nicht zu. Werden die gleichen Berufe unter der mĂ€nnlichen und weiblichen Bezeichnung prĂ€sentiert, kommen die MĂ€dchen auf den Geschmack.2
Auch wir Erwachsenen sind kaum dazu fÀhig, die maskuline Berufsbezeichnung als geschlechtsneutral zu verstehen. Das zeigt folgende Geschichte:
Ein Vater verunglĂŒckt zusammen mit seinem Sohn. Der Vater stirbt, der Sohn wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt kommt, sieht den Verletzten und sagt: âIch kann ihn nicht behandeln, es ist mein Sohn.â
Lösung: Der Arzt ist die Mutter. Aber ehrlich, sind Sie gleich auf die richtige Lösung gekommen? Haben Sie wirklich den Arzt als Frau gesehen?
Wie Worte unser Denken und damit unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen â nicht nur beim Generischem Maskulinum â bringt dieses Video in 5 Minuten auf den Punkt.
Aber das Gendersternchen macht alles so schwer lesbar
TatsĂ€chlich hat auch der Verfasser dieser Zeilen ab und zu Probleme mit dem Lesen von Worten mit Gendersternchen. Doch mit der Zeit gewöhnt sich Mann daran. Das ist sogar gut fĂŒrs Gehirn, denn Ungewohntes trainiert den Geist.3
Zudem bedeutet das Gendersternchen, dass neben Frauen und MĂ€nnern auch Menschen mitgemeint sind, die sich keinem Geschlecht zugeordnet fĂŒhlen. Damit ist dieses kleine Zeichen doch eine effektive Schreibweise, um Menschen unabhĂ€ngig von ihrem Geschlecht anzusprechen.
Zum Abschluss ein Versprechen
An dieser Stelle möchte der Schreiber dieses Textes Ihnen versichern, so oft es geht, auf das Gendersternchen zu verzichten. Stattdessen sucht er synonyme Worte heraus, die von vornherein geschlechtsneutral sind. So werden etwa aus Ihnen geneigte Leser*innen die geneigten Lesenden.
Sternchen ist uns wichtig weil:
Die Schreibweise Kund*innen statt nur Kunden ist aus unserer Sicht sehr wichtig. Wir wollen alle Menschen mit unseren Artikeln, News und Mails ansprechen. Und wenn dadurch ab und zu der Lesefluss gestört wird, freuen Sie sich ĂŒber das kostenlose Gehirntraining.
NĂ€chste Woche haben wir fĂŒr Sie
Welche Fallstricke gibt es beim KĂ€uferschutz? Wie nutzen Sie ihn richtig und welcher KĂ€uferschutz bietet welche Vorteile? Am kommenden Freitag verraten wir es Ihnen.
Quellen:
- âGenerisches Maskulinumâ, auf Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum (abgerufen am 07.04.21)â©
- vgl. âWarum es nicht ausreicht, Frauen âmitzumeinenââ von Paula Leocadia Pleiss, https://www.welt.de/kmpkt/article194491179/Generisches-Maskulinum-Warum-es-nicht-ausreicht-Frauen-mitzumeinen.html (abgerufen am 07.04.21)â©
- vgl. âIm Alter viel Neuesâ von Adelheid MĂŒller-Lissner, https://www.tagesspiegel.de/wissen/geistige-fitness-im-alter-viel-neues/1814972.html (abgerufen am 07.04.21)â©